....bevor Sie Ihr X - chen machen, bedenken Sie bitte Folgendes....
Es ist eine Tatsache, dass Menschen immer dann zufriedener werden, wenn es den Reichen an die
Substanz geht. So, oder ähnlich, sagte es einmal Charly Chaplin.

Wahrscheinlich liegt der Grund darin, dass neun Zehntel der Menschen auf dieser Welt arm sind und
sie dem restlichen Zehntel seinen Wohlstand insgeheim übel nehmen, weil sie glauben und aus ihrer
Erfahrung heraus wissen, dass dieser Reichtum nicht auf seriöse Weise zustande gekommen sein
kann.

Soweit die Vorrede, aber bitte überprüfen Sie, falls Sie nicht zu dieser Personengruppe zählen,
folgende Schlussfolgerung:

"Wie würden Sie empfinden, wenn folgendes auf Sie zuträfe":

1) „Circa jeder fünfte Arbeitnehmer arbeitet für weniger als zehn Euro in der Stunde. Damit hätten
20 % der Beschäftigten einen Verdienst, der nur knapp oberhalb der Armutsgrenze liegt.“

2) ....oder Sie sich in der folgender Situation eines sogenannten Normalarbeits-Verhältnisses
befänden:

„ Das Statistische Bundesamt definiert für Deutschland ein Beschäftigungsverhältnis als
Normalarbeitsverhältnis, wenn es mehr als 20 Stunden pro Woche und unbefristet ausgeübt wird
und der Arbeitnehmer direkt in dem Unternehmen arbeitet, mit dem ein Arbeitsvertrag besteht“.

Ist es „normal“ wenn jemand mit 20 Arbeitsstunden pro Woche aufwärts schon als
Normalbeschäftigter bezeichnet wird? Kämen Sie mit dem Verdienst ab 20 Arbeitsstunden aufwärts
in Höhe des Mindestlohns aus, um eine Familie zu ernähren?

Nicht? - aber das sind soziale Errungenschaften die unsere Regierung für Ihre Bürger als
Erfolgsmodel präsentiert. Nun ja, wahrscheinlich sind Sie ja nicht betroffen und es kann Ihnen egal
sein. Sollen die Anderen doch sehen wo sie bleiben.

Aber, dieser Zustand wird verursacht und sogar noch begünstigt durch vom Volk gewählte Vertreter
in den Regierungen, die gerade selbst einen großen Teil dieser Reichen und begünstigten Personen
ausmachen. Ja, aber so ist das in unserem Land. Jedoch sind diese oben genannten Zustände jedem
gut honorierten Regierungsbeamten, oder vielleicht sogar Ihnen, völlig fremd.

Haben wir uns zu einem Volk von Masochisten entwickelt, die sich gerne quälen lassen, oder liegt
der Grund einfach darin, dass den Wählern vor den Wahlen immer etwas anderes versprochen wird?
Wie sehr muss man enthirnt worden sein, um so etwas nicht zu bemerken und es weiterhin durch die
Teilnahme an Wahlen derart zu unterstützen, dass diese politischen Ziele durchgesetzt werden
können?

Nun ist Ihnen wahrscheinlich noch unklar, wer diese Parteien namentlich sind und es fällt sehr
schwer, sich auf diese oder jene Partei oder politische Gruppierung festlegen. In Wahrheit sind sie es
alle, aber alle nur ein bisschen und nur soweit, dass man sie nicht konkret greifen kann, denn im
Laufe der Zeit haben sie sich alle mit unserer Unterstützung durch Wahlen, einen rechtlichen Raum
geschaffen, in dem es ständig gelingt durch gesetzliche Hintertüren immer wieder der enttarnenden
Darstellung in der Öffentlichkeit zu entgehen.

Das braucht einen jedoch nicht in Verwunderung zu versetzen, - es sind doch an den betreffenden
Schaltstellen fast alle Juristen die sich in diesen politischen Ämtern tummeln und diese Menschen
wissen genau wie man da vorzugehen hat, - sie haben es gelernt und das was sie gelernt haben, das
tun sie, übrigens, für viel zu viel Geld, dessen Finanzquelle der Steuerzahler ist!

Ich frage mich und vielleicht sogar Sie auch, wie verkommen müssen Parteien und Programme sein,
die weiterhin für solch niederträchtige Politik werben, deren Zweck es ist, diese Zustände
wissentlich weiterhin zu betreiben und um davon zu profitieren, - im Namen des Volkes natürlich?

Übrigens entspricht dieses Verhalten genau dem Muster einer jeden Krebszelle, nämlich Wachstum
um des Wachstums willen, bei den eigenen üppigen Bezügen natürlich angefangen, oder anders
ausgedrückt, Wohlstand um des Wohlstands willen bei denen, die das Sagen haben.

In diesem Sinne betrachtet, sind solche politisch denkenden Menschen an den Schaltstellen der
Macht, das Schlimmste, was einem Volk passieren kann!

Wenn Sie einmal zurück schauen, dann wissen Sie, dass Regierungen, mit wenigen Ausnahmen,
immer auf den Selbsterhalt und den Machtausbau und den damit verbundenen Reichtum
ausgerichtet waren und nie auf das Volk, obwohl sie von und durch dieses Volk existieren konnten.
Es ist heute noch genau so, - merkt das keiner?

Alle politischen Gruppen stehen nur so lange auf der Seite der Bevölkerung, bis sie die durch
Wahlen herbeigeführte politische Legitimation des Bestimmens haben - und dann kommt die Wende
und die sieht dann so aus wie in den Beispielen oben aufgezählt, oder so etwa, wie von
verantwortungsvollen Politikern - politisch - beschlossen:

„Mehr als 43 % aller Arbeitslosen suchen schon länger als ein Jahr Arbeit, knapp ein Drittel ist
sogar mehr als zwei Jahre arbeitslos.“ (Bertelsmann Stiftung/ Juni 2016)

„Circa jeder fünfte Arbeitnehmer arbeitet für weniger als zehn Euro in der Stunde. Damit hätten
20 % der Beschäftigten einen Verdienst, der nur knapp oberhalb der Armutsgrenze liegt.

Die Niedriglohnschwelle lag bei der Erhebung im Jahr 2014 bei zehn Euro Bruttostundenlohn,
diese Summe stellt lediglich die Schwelle eines Niedriglohnes dar und entspricht nicht dem heutigen
Mindestlohn in Höhe von 8,50 €, den es zur damaligen Zeit noch gar nicht gab.

Das entspricht einem Brutto-Monatslohn von 1.993 Euro für einen Vollzeitbeschäftigten, allerdings
für die volle Arbeitszeit von 8 Stunden täglich und nicht von 20 Stunden wöchentlich aufwärts, wie
oben angesprochen. Davon gehen dann noch alle Abzüge runter.“

Aber dem steht die folgende Sensationsmeldung gegenüber:

„Zum Jahreswechsel 2017 erhöhte sich der Mindestlohn zum ersten Mal - um 34 Cent brutto auf
8,84 Euro.“Jedoch heißt es weiterhin:

"Diätenhammer 2017 - Satte Diäten-Erhöhung für Bundestags-Abgeordnete.

Berlin: ......über mehr Geld in der Tasche dürfen sich die Abgeordneten des Bundestags freuen. Ihren
Diäten steigen - und zwar automatisch, ohne Abstimmung.

Die Diäten der Bundestagsabgeordneten steigen laut einem Bericht der Bild-Zeitung ab Juli
monatlich um 215 Euro auf 9542 Euro. Das Plus ergebe sich aus vorläufigen Berechnungen des
Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der Löhne, berichtete das Blatt am Freitag. Denn der
sogenannte Nominallohnindex, der nach dem neuen Diätengesetz maßgeblich für die automatische
Anpassung sei, sei um 2,3 Prozent gestiegen.

Laut Bild muss der Bundestag über die Diätenerhöhung nicht beraten und abstimmen.
Bundestagspräsident Norbert Lammert habe sie durch eine Veröffentlichung in den Bundestags-
Drucksachen in Kraft gesetzt.

Wie war das gerade? Die Diäten der bestens abgesicherten Abgeordneten steigen um 215,-€
monatlich!

Die Erhöhung des Mindestlohnes für Arbeitnehmer in der bedürftigsten und ungeschütztesten
Gruppe der Lohnempfänger steigt um 34 Cent pro Stunde. Das bedeutet das der Arbeiter bei 160
Monatsstunden Beschäftigung im Mindestlohnsektor von nun 8,34 € einen Mehrverdienst von
brutto 54,40 € erhält.

Vorausgesetzt natürlich man lässt ihn diese 160 Stunden auch wirklich an einem Stück monatlich
arbeiten und nicht wie weiter oben beschrieben, mit Teilbeträgen von 20 Stunden aufwärts, die dann
auf mehrere Arbeitnehmer aufgeteilt werden.

Jedoch hören und staunen wir weiter: Auch die „ehemaligen“ Abgeordneten hat man nicht
vergessen, sie bekommen dem Bericht zufolge ebenfalls mehr Geld. Denn die Pensionen erhöhen
sich demnach ebenso um 2,3 Prozent.

Für ein Jahr im Bundestag erhält ein Parlamentarier 239 Euro Pension, nach einer Legislaturperiode
seien es 954 Euro. Die Höchstpension nach 27 Jahren im Parlament steige von 6296 auf 6441 Euro
im Monat".
dpa/smu

Gleichzeitig ist etwa jeder vierte erwachsene Hartz-IV-Empfänger in Deutschland bereits seit über
neun Jahren durchgängig auf Sozialleistung angewiesen!

Und nun zu den weiteren Aussichten in Bezug auf das Alter und die zu erwartende Rente:

„Fast sechs Millionen ältere Menschen in Deutschland sind von Armut oder Ausgrenzung bedroht.
(Daten von Eurostat).

Waren 2010 noch 4,9 Millionen Menschen im Alter von 55 und älter davon betroffen, stieg deren
Zahl seither kontinuierlich auf zuletzt 5,7 Millionen“.

Als arm gelten Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des Durchschnitts-Einkommens leben
müssen. 3,1 Prozent der über 65-jährigen müssen ihre Rente mit Grundsicherung im Alter, dem
Hartz IV für Rentner, aufstocken.

Für die steigende Anzahl niedriger Renten gibt es zwei Gründe.

1) Mit Minijobs, Leiharbeit oder generell schlecht bezahlten Jobs haben viele Menschen in den
letzten 20 Jahren zu wenig verdient.

2) In den nächsten Jahren schrumpft das Rentenniveau bis 2030 auf nur noch 43 %, aber nur wenn
die Verhältnisse nicht schlimmer werden.

Ich erinnere noch einmal an die zu Beginn erwähnten Gedanken von Charly Chaplin, der ungefähr
meinte: „Es wäre eine Tatsache, dass Menschen immer dann zufriedener reagieren, wenn es denen,
die von der politischer Seite zum Teil aufgebauten und geschützten, also den so geförderten
Reichen, an die Substanz geht“.

Ich frage mich: „Wen wundert das, ist es nicht mehr als nur Gerecht“. Aber es  passiert leider zu
selten oder gar nicht!

Jedoch nützt diese Freude keinem Niedriglohnempfänger, aber sie schärft sein Verhältnis zu Wahlen
und wählen dürfen wir ja bald wieder, weil wir uns ja unserer politischen Verantwortung bewusst
sind, nicht wahr.

Es geht doch nichts über die Wahrheit, die man am eigenen Leib postfaktisch erleben kann.

Franz Grunewald                                    www.framagruma.de                             f-grunewald@web.de