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>> Modeworte, so dumpf wie die Menschen die sie benutzen. <<
Sprachliche Entgleisungen am laufenden Band
Auf dem Schirm / Auf dem Zettel / Auf dem Radar:
Ja was denn nun, ist der Benutzer von der Flugabwehr oder geht er gerade zum Einkauf?
Kann er nicht klar und deutlich sagen dass er im Grunde keine Schimmer von dem hat,
über das er sich hier auslassen will?
Mit solchen Wortfetzen beeindruckt man niemanden.
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Ich denke mal:
Auch so ein Wortfetzen. Was heißt das, "ich denke mal", denkt der Benutzer denn sonst
nicht?
Oder meint er damit dass er einmal so und einmal so denkt und im Grunde nicht
geradeaus denken kann?
Oder ist er vielleicht unfähig einen möglichen Gedanken so zu formulieren, dass er ihn
später auch dauerhaft vertreten kann? 
Was also meint er damit wenn er sagt: "ich denke mal".
Möglicherweise verhält es sich ja so, dass er einmal so und einmal so denkt, weil er geistig
in zu großer Unordnung ist.
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Und hier eine weitere Unart sich mitteilen zu wollen: "Ich sag mal, oder ich sag mal so".
Eine ebenso unerträgliche wie hirnlose Art zu zeigen dass man ohne große Hirnsubstanz
den Anschein erwecken will, ein Gespräch führen zu wollen, was natürlich unmöglich ist.
Es zeigt einmal mehr, die Unfähigkeit des Benutzers sich glaubhaft und klar mitzuteilen
oder auf eine Frage eine durchdachte Antwort zu geben.
Beim "ich sag mal" öffnen sich Interpretationsmöglichkeiten in Menge, die keinerlei
verlässliche Grundmeinungen erkennen lassen.
Das gleiche gilt für die Erweiterungsform  beim "ich sag mal so". Hier hat jeder
aufmerksame Zuhörer sofort den Eindruck, dass es nicht darauf ankommt was gesagt wird,
sondern nur darauf ein Geräusch des Sprechens zu erzeugen, weil die Fähigkeit fehlt Gedanken
zu formulieren und diese auch zu äußern.
Und so jagt eine hohle Floskel die andere.
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Kommunizieren:
Heutzutage versucht man alles zu "kommunizieren" und kaum jemand weiß was der
Andere damit genau sagen will.
Dieser Begriff hat Unmengen möglicher Interpretationsmöglichkeiten und dass, ohne den
Kern in allen Fällen getroffen zu haben. Begriffe, die sich teilweise sogar widersprechen finden
sich hier. Und dass nur, um sich interessant zu machen und um sich einer gesellschaftlichen
Bildungsschicht zuzuordnen, der man nicht  angehört.
Es geht dem Benutzer lediglich darum, sich von anderen Menschen durch seine
Ausdrucksweise abzugrenzen und um sich den Anschein einer gehobenen Bildung und dem
dazugehörigen gesellschaftlichen Status zuzulegen. Am liebsten würde er wahrscheinlich beim
Gegenüber eine sofortige "Demutshaltung" wahrnehmen wollen.
Zu Zeiten, in der diese Großmannssucht auf überhöhte Selbstdarstellung noch nicht so
durch die Bevölkerungsschichten ging, wie es heute der Fall ist, hatten die passenden und
allgemeinverständlichen Begriffe wie "Klar machen", "Erklären" und "In Umlauf bringen", ihren
Sinn auf hundertprozentige Verständlichkeit bei Jedermann durchaus immer erreicht, sie
waren präzise kurz und treffend.
Schon alleine an diesen drei Beispielworten ist zu erkennen, wie schwammig und ungenau
das Wort "Kommunizieren" ist.
Somit vermittelte der Benutzer nicht den Anspruch darauf, etwas Besonderes in Bezug auf
seine Ausdrucksweise und seiner Allgemeinbildung zu sein, sondern eher das Gegenteil ist der
Fall.
Er ist bemüht, sich mit einer Aura von Wichtigkeit zu umgeben und bewirkt damit bei
seinem Gegenüber die wachsende Erkenntnis darüber, wie gespreizt er sich in Scene setzen
will und lässt sich so als Mensch mit einer sehr unangenehmen Eigenschaft erkennbar werden.
In früheren Zeiten kam es noch darauf an, sich klar und allgemeinverständlich
auszudrücken. Das ist heute anders, heute muss man "kommunizieren",  - leider. - Lang, lang
ist's her.
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Und nun eine besonders beliebte Art sich in der Öffentlichkeit zu spreizen:
Der Subsidiäre Schutz: (Insbesondere bei Flüchtlingen)
Was ist ein subsidiärer Schutz und warum ist er in aller Munde wenn es um Flüchtlinge
geht?
Zu diesem Punkt lesen sie bitte den weiter unten angegebenen umfassenden
Gesetzestext zu diesem Thema.
Haben wir in der deutschen Sprache eine allgemeinverständliche Definition dieses
Begriffs?
Na klar haben wir den und er lautet ganz unspektakulär:
"Eingeschränkter" Schutz und der bedeutet, dass jemand aus bestimmten Gründen keinen
allumfassenden Schutz, sondern einen "eingeschränkten Schutz" genießt, also einen Schutz
mit Abstrichen!
       Das geht ganz einfach über die Lippen und ist für jedermann auf Anhieb verständlich.  Aber
leider kann man mit diesem Ausdruck nicht glänzen und deshalb wird er folglich auch nicht so
gerne benutzt.
        Man bezweckt ja gar nicht verstanden zu werden, sondern das Ziel ist: "sich in Scene zu
setzen". So etwas ist schon richtig abartig, denn in der folgenden weiteren Benutzung dieses
Begriffs wird dann immer erklärend nachgeschoben das es ein eingeschränkter Schutz ist.
Warum denn dann nicht gleich das normale deutsche Wort benutzen?
Somit schein es besonders wichtig zu sein den Begriff "subsidiär" in den Vordergrund zu
stellen und nicht den deutschsprachigen Begriff "eingeschränkt".
Aber jetzt zum Gesetzestext des BAMF:
In Paragraph 4 des Asylgesetzes beim "BAMF" wird die Gewährung  von "Subsidiärem
Schutz" wie folgt beschrieben:
(1) Ein Ausländer ist subsidiär Schutzberechtigter, wenn er stichhaltige Gründe für die
Annahme vorgebracht hat, dass ihm in seinem Herkunftsland ein ernsthafter Schaden droht.
Als ernsthafter Schaden gilt:
Punkt 1. die Verhängung oder Vollstreckung der Todesstrafe,
Punkt 2. Folter oder unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung oder
Punkt 3. eine ernsthafte individuelle Bedrohung des Lebens oder der Unversehrtheit einer
Zivilperson infolge willkürlicher Gewalt im Rahmen eines internationalen oder innerstaatlichen
bewaffneten Konflikts.
(2) Ein Ausländer ist von der Zuerkennung subsidiären Schutzes nach Absatz 1 ausgeschlossen,
wenn schwerwiegende Gründe die Annahme rechtfertigen, dass er
Punkt 1. ein Verbrechen gegen den Frieden, ein Kriegsverbrechen oder ein Verbrechen gegen
die Menschlichkeit im Sinne der internationalen Vertragswerke begangen hat, die
ausgearbeitet worden sind, um Bestimmungen bezüglich dieser Verbrechen festzulegen,
Punkt 2. eine schwere Straftat begangen hat,
Punkt 3. sich Handlungen zuschulden kommen lassen hat, die den Zielen und Grundsätzen der
Vereinten Nationen, wie sie in der Präambel und den Artikeln 1 und 2 der Charta der Vereinten
Nationen (BGBl. 1973 II S. 430, 431) verankert sind, zuwiderlaufen oder
Punkt 4. eine Gefahr für die Allgemeinheit oder für die Sicherheit der Bundesrepublik
Deutschland darstellt.
Diese Ausschlussgründe gelten auch für Ausländer, die andere zu den genannten
Straftaten oder Handlungen anstiften oder sich in sonstiger Weise daran beteiligen.
(3) Die §§ 3c bis 3e gelten entsprechend. An die Stelle der Verfolgung, des Schutzes vor
Verfolgung beziehungsweise der begründeten Furcht vor Verfolgung treten die Gefahr eines
ernsthaften Schadens, der Schutz vor einem ernsthaften Schaden beziehungsweise die
tatsächliche Gefahr eines ernsthaften Schadens; an die Stelle der Flüchtlingseigenschaft tritt
der subsidiäre Schutz.
Soviel zum Gesetzestext, der wohl kaum an "Deutlichkeit" zu wünschen übrig lässt!
Insgesamt gesehen schein es also absolut überflüssig zu sein sich solch eines
überheblichen Vokabulars, wie es der Begriff "Subsidiär" nun einmal im allgemeinen und
alltäglichen Sprachgebrauch ist, zu bedienen.
Und noch einmal zur Wiederholung:
        Es wird sonnenklar dass es hier um die gespreizte Selbstdarstellung eines vortragenden
Menschen geht, dem es darauf anzukommen scheint, sich so darzustellen als käme er aus den
elitären Bildungskreisen, die sich auf juristischem und sprachlich relevantem Boden bestens
auskennen.
Leider wird diese Art sich in "geschwollene" Worte zu fassen in unserem Land mehr und
mehr zur Normalität, was eindeutige Rückschlüsse auf die Menschen wirft, die sich dieses
Vokabulars bedienen und denen es im Grunde egal ist, worüber sie reden, Hauptsache ist: Sie
werden wahrgenommen und können sich in Scene setzen. Egal wie!
Das Schlimme an dieser sich stetig weiterentwickelnden Unart des sich in "Scene" Setzens
von Menschen die unter einem starken Minderwertigkeitsproblem zu leiden scheinen, ist, das
ein Werteverlust der deutschen Sprache, die alle Fassetten der Ausdrucksmöglichkeit bietet,
immer weiter fortschreitet.
Ein Grund für diese mögliche Entwicklung scheint mir persönlich der zu sein, dass das
Augenmerk unserer Gesellschaft mehr und mehr dahin getrieben wird, den Erwerb einer
gehobene Bildung, was auch immer das sein soll, als die Notwendigste aller Eigenschaften in
den Vordergrund zu stellen, wobei jedoch niemand sagt welche Art von Bildung hier
angestrebt werden soll. Eine sogenannte Herzensbildung scheint sich ja hier sowieso völlig
auszuschließen.
Jeder scheint nun zu glauben dass seine persönliche hier zur Schau gestellte
Ausdrucksweise in der Öffentlichkeit an ihm eine vorhandene "Hoch-Bildung"  ablesbar macht,
denn wer wird schon gerne als ungebildet wahrgenommen. Ja, das stimmt, aber bitte unter
Benutzung der richtigen Voraussetzung, die die gewählte Art der Worte ausmacht.
Es ist nun einmal so, dass Worte Wirkung zeigen, aber es müssen die richtigen Begriffe an
der richtigen Stelle sein, denn sonst geschieht genau das Gegenteil und man gleitet in die
Lächerlichkeit ab.
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      So, das waren nun ein paar Begriffe der modernen Art sich mitzuteilen, die
möglicherweise dem Einen oder Anderen ebenfalls sehr auf die Nerven gehen. Die große
Gefahr besteht nun aber darin, sich nicht von diesem Schwall unangebrachtem
Mitteilungsbedürfnisses treiben und mitreißen zu lassen und sich so, ungewollt, in die gleiche
Kategorie derer einzureihen, von denen man sich im Grunde seines Wesens unbedingt nicht
vereinnahmen lassen will.

      Deshalb mein Rat: Achten Sie bitte auf Ihre Worte und wählen Sie nach Möglichkeit die
Einfachen, die jeder versteht.        >> Es ist immer ein Gewinn!  <<
Hier einige "schmerzhafte" Wort-Beispiele von "geschwollenem Dünkel":
Franz Grunewald
f-grunewald@web.de